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Ernährung und Immunität für sportlich aktive Hunde

Archivdokument IAMS COMPANY

Iams ist seit 1999 eine eingetragene Marke von The Procter & Gamble Company. Dieses Dokument ist ein Archivdokument, das in der Vergangenheit vom Unternehmen Iams Pet Food bzw. für die Produkte von Iams Pet Food verwendet wurde. Sämtliche enthaltenen Angaben im Kontext der Zeit oder Geographie der ursprünglichen Verwendung sind zu ersetzen, da sich die Umstände und die Produkte mittlerweile geändert haben können. Die Produkte und deren zugehörige Informationen gelten ausschließlich für die USA. Ohne Zustimmung von P&G ist die überlassung oder weitere Nutzung dieser Unterlagen nicht gestattet.


ERNÄHRUNG UND IMMUNSYSTEM VON SPORTLICH AKTIVEN HUNDEN

Stefan P. Massimino, MS
Michael G. Hayek, PhD
Michael A. Ceddia, PhD
Presented 2002

EINFÜHRUNG

Die Beeinflussung des Immunsystems durch die Ernährung gewinnt im Tierfuttersektor immer mehr Aufmerksamkeit. Es wurden bereits umfassende Untersuchungen in diesem Bereich durchgeführt, die zahlreiche Argumente für den Ansatz "von der Wiege bis zur Bahre" lieferten. Dies bedeutet, dass die Ernährung das Immunsystem von Hunden in nahezu jedem Alter nachgewiesenermaßen günstig beeinflusst.

Sportlich aktive Hunde können besonders von einem stärkeren Immunsystem profitieren. Weniger Tage, die krankheitsbedingt verloren gehen, und ein besserer allgemeiner Gesundheitszustand sind nur zwei der Vorteile für einen ausgewachsenen Hund. Doch auch für Welpen und ältere Hunde ist die Unterstützung des Immunsystems von Nutzen. Das Immunsystem von Welpen ist noch nicht ausgereift und befindet sich in der Entwicklung, während bei älteren Hunden die Funktionsfähigkeit des Immunsystems aufgrund ihres Alters sinkt. Durch die Förderung des Immunsystems über die Nahrung bleiben sportlich aktive Hunde selbst im Alter noch vital und aktiv oder können in Ruhe ihren Lebensabend als geliebtes, glückliches und gesundes Haustier verbringen.

ÜBERSICHT ÜBER DAS IMMUNSYSTEM

Das Immunsystem ist ein komplexes Netzwerk aus Organen, Geweben, Zellen und chemischen Stoffen. Alle Hunde verfügen über verschiedene Mechanismen zum Schutz vor Krankheitserregern (Pathogenen) - von unspezifischen Schutzbarrieren zu spezifischen Abwehrsystemen.

Abbildung 1. Klassifizierung der Immunität.

Man unterscheidet zwischen angeborener und erworbener Immunität (Abbildung 1). Welpen verfügen über eine angeborene Immunität, die sich aus unspezifischen Schutzbarrieren und zellulären und chemischen Abwehrsystemen zusammensetzt. Unspezifische physische Schutzbarrieren wie die Haut oder Schleimhäute schützen vor dem unmittelbaren Eindringen von Bakterien, Viren und Parasiten. Wenn diese Schutzbarrieren jedoch überwunden werden, besteht die Aufgabe eines funktionierenden Immunsystems darin, eine spezifische Reaktion zur Beseitigung der Infektion und zum Schutz des Hundes anzustoßen.

Für zelluläre und chemische Abwehrsysteme ist die Unterscheidung zwischen eindringenden Mikroorganismen (sogenannten Pathogenen) und "eigenen" Elementen, also Elementen, die als Teil des Körpers gelten, besonders wichtig. Sobald Pathogene entdeckt werden, werden Enzyme, die Zellwände von Bakterien abbauen, sowie Zellen, die diese eindringenden Mikroorganismen erkennen und zerstören, aktiviert.

Diese Reaktion ist für alle eindringenden Organismen spezifisch und erfolgt ohne Initiierung (keine Verzögerung), ist jedoch langsam und häufig nicht ausreichend, um den Erreger, sobald er sich durchgesetzt hat, zu beseitigen. Vielmehr ist sie dafür verantwortlich, die Infektion so lange in Grenzen zu halten, bis die nächste Abwehrebene, die sogenannte erworbene Immunität, einsetzt.

Die erworbene Immunität ist ein weitaus komplexeres System, das schnell eine spezifische Reaktion gegen eindringende Pathogene entwickeln kann. Man unterscheidet zwischen zellvermittelter und humoraler Immunität. Zur zellvermittelten Immunität gehört die Wechselwirkung zwischen Makrophagen, B-Zellen und T-Zellen. Diese Zellen arbeiten zusammen, um durch Erkennung von Pathogenen eine Immunreaktion auszulösen. Durch die Wechselwirkung der Zellen und die Freisetzung von löslichen Immunmediatoren werden zusätzliche T- und B-Zellen produziert. Diese Zellen sind sodann für die Aufrechterhaltung der Immunreaktion, die Zerstörung des eingedrungenen Erregers und der infizierten Zellen sowie den Abbruch der Immunreaktion nach Beseitigung der Infektion verantwortlich. Einige Zellen, sogenannte Gedächtniszellen, bleiben erhalten, so dass das Immunsystem bei einem weiteren Angriff des gleichen Erregers viel schneller und stärker reagieren kann.

Die humorale Immunität wird häufig auch als Antikörper-vermittelte Immunreaktion bezeichnet. Sobald ein eindringender Erreger erkannt wird, vermehren sich die erregerspezifischen B-Zellen und werden in Antikörper-absondernde Zellen umgewandelt.

Antikörper sind Immunproteine im Blut, die sich spezifisch an infizierte Zellen und freie Mikroorganismen binden können und sie dadurch zerstören. Entsprechend den T-Zellen bleiben B-Gedächtniszellen nach der Infektion erhalten und bilden spezifische Antikörper, wenn der gleiche Erreger erneut erkannt wird.

ERNÄHRUNG UND IMMUNFUNKTION

Zusammenhänge zwischen Ernährung und Immunität sind umfassend belegt.1 Es ist seit langem bekannt, dass eine Ernährung mit unzureichenden Mengen an Eiweiß, Energie, Mineralstoffen, Vitaminen und essenziellen Fettsäuren das Immunsystem beeinträchtigt. In letzter Zeit wurde bekannt, dass sich eine Supplementierung mit Nährstoffen über der erforderlichen Mindestmenge bei vielen Spezies, u. a. Hunde, positiv auf die Gesundheit und die Immunfunktion auswirkt.

Nährstoffe, denen in diesem Zusammenhang besonderes Interesse zukommt, sind Antioxidantien und Fettsäuren. Man nimmt an, dass Antioxidantien durch ihren Einfluss auf freie Radikale die Immunfunktion unterstützen.

Freie Radikale sind chemisch reaktive Verbindungen, die aufgrund des aeroben (unter Sauerstoffverbrauch) Stoffwechsels und der regulären Funktion des Immunsystems im Körper produziert werden. Die Produktion freier Radikale ist demnach nicht nur normal, sondern infolge der Sauerstoffatmung auch notwendig. Wenn die Ausbreitung freier Radikale jedoch nicht kontrolliert wird, können gesunde Zellen beschädigt werden. Die Membranen um die verschiedenen Zellen des Körpers sind die primären Ziele für eine Beschädigung durch freie Radikale.

Immunzellen sind besonders anfällig dafür, da ihre Zellmembranen hohe Mengen an mehrfach ungesättigten Fettsäuren enthalten und somit leichter zu beschädigen sind. Im Körper gibt es verschiedene Systeme für die Bekämpfung dieser freien Radikale, z. B. antioxidative Enzymsysteme und verschiedene endogene Faktoren.

Eine Alternative zu diesen inneren Antioxidantien sind die verschiedenen Antioxidantien aus der Nahrung, wie Vitamin E, Beta-Carotin und Lutein.

Vitamin E. Der Begriff "Vitamin E" umfasst eine Reihe wirkungsvoller, chemisch ähnlicher Antioxidantien. Eine Form des Vitamin E, Alpha-Tocopherol, kommt im Körper am häufigsten vor, besitzt die höchste biologische Aktivität und sorgt für die Rückbildung von Symptomen, die durch Vitamin E-Mangel hervorgerufen werden. In den Zellen trägt Vitamin E zur Stabilität der Zellmembran bei, reguliert die Zellmembranfluidität und schützt Zellbestandteile vor Oxidationsschäden.2

Immunzellen besitzen mehr Vitamin E als andere Zellen, und wie bereits erwähnt enthalten diese Zellen zudem eine höhere Menge an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, wodurch sie anfälliger für Oxidationsschäden sind. Dies könnte eine Möglichkeit der Immunzellen sein, sich natürlich vor Schäden durch freie Radikale zu schützen.

Es wurde nachgewiesen, dass die Supplementierung mit Vitamin E die Verbreitung von Lymphozyten und die Produktion von Antikörpern in mehreren Spezies fördert.3 Die Produktion von Interleukin-2 (ein proinflammatorischer, löslicher Immunmediator) und die verzögerte Hypersensibilitätsreaktion (eine ausgezeichnete Bestimmung der zellulären Immunreaktion, DTH) wurde Berichten zufolge ebenfalls durch die Supplementierung mit Vitamin E bei älteren Nagetieren und älteren Menschen erhöht.

Zuletzt wurde die Produktion von Prostaglandin (PG) E2 (eine immununterdrückende Verbindung) bei Nagetieren nach der Vitamin E-Supplementierung wesentlich reduziert.

Beta-Carotin. Beta-Carotin gehört zur Antioxidans-Familie der Carotenoide. Carotenoide sind natürlich vorkommende Pflanzenpigmente, die Annahmen zufolge eine bedeutende Rolle bei der Modulation der Immunität und Gesundheit von Tieren spielen. Untersuchungen haben gezeigt, dass eine Beta-Carotin-Supplementierung sowohl spezifische als auch unspezifische zelluläre Abwehrmechanismen beeinflussen kann.4,5

Von Iams unterstützte Studien haben ergeben, dass Beta-Carotin von Hunden wirksam aufgenommen wird und das Immunsystem von Hunden beeinflussen kann.6-8 In Studien mit Hunden wurde nachgewiesen, dass die Beta-Carotin-Supplementierung zu einem erhöhten Antikörperspiegel, einer verbesserten DTH-Reaktion, einer Veränderung der Immunzellenanzahl und zu einer verstärkten Ausbreitung von T- und B-Zellen führt. Durch die Fütterung von Beta-Carotin zeigte sich nachweislich eine Verbesserung verschiedener Maße für die Immunfunktion bei älteren und jungen ausgewachsenen Hunden.9

Lutein. Lutein ist ein weiteres natürliches Carotenoid-Antioxidans, das in hohen Mengen in Pflanzen und Mikroorganismen auftritt. Im Gegensatz zu Beta-Carotin lässt sich Lutein nicht als Vorläufer für die Vitamin A-Synthese verwenden (d. h., es kann nicht zur Herstellung von Vitamin A im Körper verwendet werden). Jedoch wirkt Lutein wie Beta-Carotin als Antioxidans, das die Zellmembranen vor Oxidationsschäden schützt.

Bei Hunden kann Lutein aus der Nahrung resorbiert und von den Lymphozyten aufgenommen werden.10 Durch die Lutein-Supplementierung bei Hunden wurden die zellvermittelten Immunreaktionen nach lediglich 6 Wochen erhöht, z. B. die verzögerte Hypersensibilisierung und die Lymphozytenausbreitung. Ferner erhöhte sich durch die Lutein-Supplementierung bei Hunden auch die humorale Immunität, wie durch Messung erhöhter Antikörperspiegel belegt wurde.11

Insgesamt zeigen die Studien oben, dass die antioxidativen Nährstoffe Vitamin E, Beta-Carotin und Lutein das Immunsystem positiv beeinflussen. In den Studien wurde ebenfalls belegt, dass diese Nährstoffe mit jeweils unterschiedlichen Bereichen des Immunsystems interagieren. Daraus lässt sich ableiten, dass eine Kombination dieser Nährstoffe einen stärkeren Effekt auf das Immunsystem als Ganzes hat als ein Nährstoff allein.

Fett. Forschungen zufolge moduliert Fett ebenfalls die Immunfunktion. In der Vergangenheit vertrat man die Ansicht, dass Produkte mit einem hohen Fettanteil für die Unterdrückung der Immunreaktion verantwortlich sind.12 In den letzten 10 bis 15 Jahren wurden jedoch Untersuchungen durchgeführt, die belegen, dass die Art des Fetts in der Ernährung eine noch größere Bedeutung bei der Immunmodulation einnimmt. Omega-3-Fettsäuren beeinflussen die Immunfunktion durch ihre Fähigkeit, sich in die Zellmembran einzubinden und als Substrate für den Eicosanoidstoffwechsel zu wirken. Dies führt zur Produktion von Eicosanoiden mit geringerem Entzündungspotenzial als die Eicosanoide der Omega-6-Fettsäuren-Serien.13 In der Tat sind die Prostaglandine der 2er-Serie, die Thromboxane der 2er-Serie und die Leukotriene der 4er-Serie, die von der Omega-6-Fettsäure Arachidonsäure produziert werden, proinflammatorisch, proaggregatorisch und thrombotisch. Dies steht im Gegensatz zu den Prostaglandinen der 3er-Serie, den Thromboxanen der 3er-Serie und den Leukotrienen der 5er-Serie, die von der Omega-3-Fettsäure Eicosapentaensäure produziert werden und entzündungshemmend, anti-thrombotisch und gefäßerweiternd sind. Das ultimative Ziel der Ernährungsimmunologie ist die Regulierung all dieser veränderlichen Komponenten des Immunsystems mit Hilfe von Ernährung, um die gewünschten Reaktionen hervorzurufen.

IMMUNITÄT BEI WELPEN

Bei der Geburt verlassen Welpen ihre sterile Umgebung (die Gebärmutter) und werden einer Vielzahl von Mikroorganismen ausgesetzt, die jeweils bestimmte Krankheiten hervorrufen können. Bedauerlicherweise ist das Immunsystem eine bestimmte Zeit lang nach der Geburt noch nicht vollständig funktionsfähig und ausgebildet. Deshalb sind neugeborene Welpen in den ersten Lebenswochen besonders anfällig für Infektionen und benötigen zum Überleben immunologische Unterstützung.

Diese Unterstützung wird von der Hündin bereitgestellt, indem sie Immunzellen und andere Komponenten des Immunsystems über Kolostrum und Milch übermittelt. Damit erhalten die Neugeborenen unmittelbar einen gewissen Immunschutz. Diese Immunitätsübertragung von der Mutter zum Neugeborenen ist für das Überleben des Neugeborenen äußerst wichtig.

Das Immunsystem benötigt Zeit, um sich vollständig zu entwickeln (Abbildung 2). Sowohl die Verteilung der Immunzellarten als auch deren Reaktionen verändern sich nachweislich mit fortschreitendem Wachstum von Welpen und Kätzchen. Die Populationen der T-Zellen sind wesentlich kleiner und ihre Ausbreitungsreaktion nach Stimulierung ist bei Welpen im Vergleich zu ausgewachsenen Hunden geringer. Es wurde gezeigt, dass Welpen im Alter von nur 16 Wochen über Lymphozytenpopulationen verfügen, die mit denen gesunder ausgewachsener Hunde vergleichbar sind.

Abbildung 2. Reifungs- und Abnahmekurve des Immunsystems bei Welpen.

Bedauerlicherweise kommen während der Wachstums- und Entwicklungsphase und vorwiegend zu bestimmten Zeiten, wie in der Gebärmutter, während der Geburt, unmittelbar nach der Geburt und unmittelbar nach der Entwöhnung, auch Welpenverluste vor. Verluste unmittelbar nach der Entwöhnung lassen sich häufig auf eine Krankheit zurückführen, die durch ein anfälliges Immunsystem begünstigt wurde. Ein starkes Immunsystem so früh wie möglich kann Welpen also bei ihrem Wachstum und ihrer Entwicklung zu einem gesunden ausgewachsenen Hund unterstützen.

In einer vor kurzem durchgeführten, von Iams unterstützten Studie14 wurde nachgewiesen, dass Welpen (im Alter von 6 Wochen), die mit einer Antioxidans-Supplementierung mit Vitamin E, Beta-Carotin und Lutein in der Nahrung entwöhnt wurden, im Alter von 14 und 22 Wochen eine höhere T-Zellenaktivierung (Abbildung 3) im Vergleich zur gleichaltrigen Kontrollgruppe zeigten (Welpen, die mit einem Produkt mit herkömmlichen Vitamin E-Mengen und keinen zusätzlichen Mengen an Lutein oder Beta-Carotin entwöhnt wurden).

Abbildung 3. Die T-Zellenaktivität steigt bei Welpen, die ein Produkt mit einem speziellen Antioxidans-Paket erhalten.

Die gleiche Wirkung zeigte sich bei der B-Zellenaktivierung (Abbildung 4).

Abbildung 4. Die B-Zellenaktivität steigt bei Welpen, die ein Produkt mit einem speziellen Antioxidans-Paket erhalten.

Bei Welpen, die das Antioxidans-supplementierte Produkt erhielten, wurden darüber hinaus auch höhere Antikörperwerte für bestimmte Impfstoffe wie Staupe, Parvovirus und Parainfluenza festgestellt (Abbildung 5).

Abbildung 5. Die Antikörper-Produktion steigt bei Welpen, die ein Produkt mit einem speziellen Antioxidans-Paket erhalten.

Insgesamt können Welpen von einer Unterstützung der Immunfunktion profitieren, da ihre Immunreaktion im Vergleich zu ausgewachsenen Hunden geringer ist. In dieser sensiblen Phase sind Welpen einem höheren Krankheitsrisiko ausgesetzt.

Frühere Forschungen mit ausgewachsenen Hunden und anderen Spezies haben ergeben, dass sich eine Nahrungssupplementierung auf die Immunfunktion auswirken kann. In diesen Untersuchungen wurde gezeigt, dass eine Antioxidans-Supplementierung bei Welpen die zellvermittelte (T- und B-Zellenreaktion) und die humorale Immunfunktion (Antikörperproduktion) verbessern kann, wodurch die Immunreaktion zum Schutz der Welpen vor Infektionskrankheiten gestärkt wird.

BEWEGUNG UND IMMUNITÄT

Sobald die Welpen zu jungen ausgewachsenen Hunden herangereift sind und ihre Rolle als sportlich aktiver Hund einnehmen können, kommt ein weiterer Faktor ins Spiel, der sich möglicherweise auf ihr Immunsystem auswirkt: körperliche Anstrengung.

Sportlich aktive Hunde haben in der Regel mehr Bewegung als normal aktive Hunde. Der Zusammenhang zwischen Bewegung und Immunologie wurde erst in jüngster Zeit nachgewiesen und liefert die Basis für noch besseren Schutz dieser sportlich aktiven Hunde.

Obgleich Bewegung langfristig betrachtet gesundheitsfördernd ist (weniger Körperfett, höhere Magermasse, verbessertes Herz-Kreislauf-System), können durch intensive Bewegungseinheiten kurze, jedoch intensive Ausschüttungen von oxidativen Produkten, z. B. freien Radikalen, verursacht werden.

Man nimmt an, dass erhöhte Mengen an freien Radikalen verschiedene Parameter der Immunfunktion unterdrücken. In zahlreichen Studien zur Bewegungsimmunologie wurden in der Tat Schwankungen in der Anzahl und Funktion der Immunzellen gemessen.

Natürliche Killerzellen sind Teil des angeborenen Immunsystems und agieren als erstes Abwehrsystem gegen Erreger, die die physischen Schranken des Körpers durchbrechen. Diese Zellen spielen bei der frühzeitigen Reaktion auf Virusinfektionen und Tumorwachstum eine Rolle. Die NK-Zell-Zytotoxizität (natürliche Killerzellen) erhöht sich akut und proportional zur Bewegungsintensität und kehrt nach kurzer bis mäßiger Bewegung zügig auf den Ruhepegel zurück.15,16

Nach intensiver und anhaltender Bewegung nimmt sie jedoch weiter ab und bleibt bis zu 6 Stunden unter dem Ruhepegel.17 Neutrophile, die auch als polymorphnukleare Leukozyten bekannt sind, entsprechen 50 bis 60 % der gesamten zirkulierenden Leukozyten und gehören darüber hinaus zum ersten Abwehrsystem gegen Infektionserreger.

Sobald eine Entzündungsreaktion initiiert wird, bewegen sich die Neutrophile als erste Zellen zum Ort der Infektion oder Verletzung. Ihre Angriffsziele sind Bakterien, Pilze, Protozoen, Viren, virusinfizierte Zellen und Tumorzellen.

Untersuchungen haben gezeigt, dass intensive Bewegung zwar die Funktion der Neutrophilen fördert, intensive Bewegung über einen längeren Zeitraum jedoch zu einer Reduzierung der Neutrophilenfunktion führen kann.18 Makrophagen sind durch ihr phagozytisches, zytotoxisches und interzelluläres Vernichtungspotenzial das erste Abwehrsystem gegen Erreger und Malignome. Ceddia und Woods haben nachgewiesen, dass die Makrophagenfunktion durch extreme Bewegung bis zu 24 Stunden nach dem Bewegungszeitraum unterdrückt wird.19 Diese Unterdrückung ließ sich darauf zurückführen, dass der Abbau von Pathogenen durch die Makrophagen unterbunden wurde.20

Lymphozyten reagieren ebenfalls auf Bewegung. Berichten zufolge wird die Lymphozytenstimulierung besonders durch bewegungsinitiierte Veränderungen beeinflusst. Kurze, mäßige Bewegung zeigt wenig Einfluss (die Lymphozytenaktivierung kann u. U. etwas angeregt werden), durch intensive oder anhaltende Bewegung wird jedoch die proliferative Reaktion bis zu 3 Stunden unterdrückt.17

Die Auswirkungen von intensiver Bewegung auf oxidativen Stress wurden bei Schlittenhunden untersucht. In mehreren Studien wurde die Menge der oxidativen Stress-Marker, die im Blut der Schlittenhunde freigesetzt wurden, während einer dreitägigen Bewegungseinheit gemessen (tägliches Rennen über eine Strecke von 25 bis 30 Kilometern).21-23 In diesem Bewegungszeitraum erfassten die Forscher erhöhte Mengen an Harnsäure im Serum, Isoprostanen,22 7,8-Dihydro-8-Oxo-2'-Deoxyguanosin im Serum und einen Anstieg der Verzögerung der In-vitro-Oxidation von Lipoproteinpartikeln.23

Diese Ergebnisse weisen auf einen Anstieg der Produktion von freien Radikalen aufgrund der Bewegung hin. Infolge der Zunahme des oxidativen Stresses bei den Schlittenhunden widmete man sich der Frage, ob es eine ähnliche Auswirkung auf das Immunsystem wie bei anderen Spezies gibt.7 In dieser Studie wurden 62 trainierte Schlittenhunde nach dem Zufallsprinzip in eine inaktive Gruppe (n = 22), eine aktive Gruppe (n = 21) und eine aktive Gruppe, die Nahrungsergänzungsmittel erhielt (n = 19), eingeteilt. Allen Hunden wurde ein Fertigprodukt bestehend aus 35 % Eiweiß, 30,8 % Fett, 23,1 % Kohlenhydraten und einem Omega 6- zu Omega-3-Fettsäuren-Verhältnis von 5,9:1 gefüttert.

Antioxidantien wurden in Form von 1 Hundekuchen bestehend aus 21,6 mg Beta-Carotin und 18,4 mg Lutein sowie in Form einer Weichgelkapsel mit 400 IU Alpha-Tocopherol zugeführt. Entsprechend den Beobachtungen bei anderen Spezies wurde eine Veränderung mehrerer Immunkennziffern aufgrund der dreitägigen Bewegungseinheit festgestellt. Der Gehalt an Neutrophilen im Blut stieg, während die Menge an Lymphozyten, Eosinophilen und Monozyten abnahm. Des Weiteren wurden eine Abnahme der Lymphozytenaktiviät sowie Veränderungen der Mengen an T- und B-Zellen gemessen. Schließlich führte die Bewegung zu einem Anstieg der Akut-Phase-Proteine im Blut, woraus sich schließen lässt, dass die Bewegung eine verallgemeinerte Entzündungsreaktion zur Folge hatte. Durch die Supplementierung mit Antioxidantien ergab sich eine Normalisierung der Akute-Phase-Proteine sowie der Mengen bestimmter T- und B-Zellen. Diese Daten zeigen, dass sich durch die Supplementierung mit Antioxidantien eine Linderung einiger Auswirkungen der Bewegung auf die Immunreaktion einstellt.

ALTERN UND IMMUNITÄT

Die Dysregulation der Immunfunktion ist eine umfassend belegte Konsequenz des Alterns. Sie kann zu einem erhöhten Krankheits- und Sterberisiko führen. Zellvermittelte Immunität ist eindeutig diejenige Komponente des Immunsystems, die mit steigendem Alter am meisten beeinträchtigt wird, insbesondere die T-Zellen. Die altersbezogene Störung der T-Zellenimmunität wurde bereits als Ursache für zahlreiche chronische degenerative Krankheiten bei älteren Menschen diskutiert, z. B. Arthritis, Krebs, Autoimmunkrankheiten und erhöhte Anfälligkeit für Infektionskrankheiten.

Viele Theorien wurden bereits vorgestellt, die sich mit den verantwortlichen Mechanismen hinter dieser Beeinträchtigung befassen, jedoch konnte noch keine Theorie alle beobachteten Veränderungen vollständig erläutern. Die Theorie der freien Radikale ist hierbei besonders interessant. Sie beruht auf der Prämisse, dass ein einziger allgemeiner Prozess, der durch Genetik und Umweltfaktoren beeinflusst werden kann, für den Alterungsprozess und den Tod aller Lebewesen verantwortlich ist.

Die von Harmon im Jahr 195624 vorgeschlagene Theorie legt nahe, dass der Alterungsprozess von Radikalreaktionen und der Ansammlung reaktiver Sauerstoffnebenprodukte verursacht wird. Wie bereits weiter oben im Kapitel erläutert, können durch die Produktion und Ansammlung freier Radikale Schäden an verschiedenen Zellen, darunter jene des Immunsystems, verursacht werden.

Daher wurden umfassende Untersuchungen an alternden Tieren durchgeführt, die sich mit der Auswirkung von Antioxidantien in der Nahrung auf die Reduzierung von Radikalreaktion und -ansammlung befassen.

Bei älteren Hunden wurde eine schwächere Immunsystemreaktion im Vergleich zu jüngeren Hunden festgestellt (Abbildung 6). Darüber hinaus unterscheidet sich der Aufbau ihres Immunsystems im Vergleich zu jüngeren Hunden. Infolge dieser Beobachtungen führt der Alterungsprozess bei Hunden wie bei anderen Spezies zu einer Dysregulation der Immunreaktion. In mehreren aktuellen, von Iams durchgeführten Studien wurde gezeigt, dass ältere Hunde von der Fütterung eines Produkts mit Beta-Carotin-Supplementierung profitieren (Abbildung 6).

Abbildung 6. Immunreaktion bei älteren Hunden und Reaktion auf ein Produkt mit Beta-Carotin-Ergänzung.

SCHLUSSFOLGERUNG

Insgesamt wurden ausreichend Beweise für die Vermutung vorgelegt, dass sich die Ernährung in jedem Lebensalter auf das Immunsystem von sportlich aktiven Hunden auswirkt. Es gibt nicht nur Probleme mit der Immunfunktion während des Wachstums und der Entwicklung von Welpen oder durch den Abbau bei älteren Hunden, sondern es zeigen sich auch Probleme, die unter bestimmten Bedingungen, z. B. Bewegung, auftreten. In Studien wurde nachgewiesen, dass die Ernährung, insbesondere die Antioxidans-Supplementierung, in all diesen Situationen unterstützend wirken kann.

Es ist jedoch von Bedeutung, die Dynamik hinter der Antioxidans-Supplementierung zu berücksichtigen. In Studien wurde eine Dosis-Wirkung mit Antioxidantien wie Vitamin E und Beta-Carotin festgestellt. Bei sehr hohen und sehr niedrigen Mengen verlieren diese Antioxidantien ihre Wirkung. Bezüglich der Immunfunktion scheint es einen optimalen Wert für diese Verbindungen zu geben.

Die Hundenahrungen von Eukanuba™ wurden speziell mit wichtigen Antioxidantien wie Vitamin E angereichert.

Insgesamt lässt sich feststellen, dass Antioxidantien wie Vitamin E, Beta-Carotin und Lutein mehrere Marker der Immunfunktion verbessern können, wodurch das Risiko für Infektionskrankheiten sinkt und der sportlich aktive Hund letztlich dabei unterstützt wird, von den Welpenjahren bis zum Lebensabend aktiv und gesund zu bleiben.

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